Resilienz – ein Katalysator in Veränderungsprozessen!?

Resilienz hat vor allem etwas mit Wahrnehmungsprozessen, mit Perspektiven, die wir einnehmen, und der Art, wie wir denken, zu tun. Dies ist eine Eigenschaft, die hoch resiliente Menschen ganz automatisch und somit unbewusst haben, und die natürlich einen starken Einfluss auf ihr Wohlbefinden und ihren Optimismus ausüben. Sie sehen (fast immer) das Positive.
Das fällt den Menschen bei Veränderungen in der Anfangsphase für gewöhnlich schwer. Widerstand und Ablehnung sind an der Tagesordnung. Wenn Sie sich dann als Führungskraft fragen warum denn keiner mit macht, die Gründe für die Notwendigkeit der Maßnahmen trotz wiederholter Präsentation und Argumentation scheinbar nicht ankommen, dann hat das nichts mit einer Veränderungsresistenz Ihrer Mitarbeiter zu tun, sondern eher damit, dass diese in der eigenen Veränderungskurve noch nicht so weit sind wie Sie. Daher helfen zu dem Zeitpunkt rationale Begründungen, oder das Deckeln „so schlimm ist es doch nicht“, auch nicht weiter.


Die Perspektive: „wieder eine neue S.. die durchs Dorf getrieben wird, das Überleben wir auch noch…“, könnte auf ein Maß an Resilienz schließen, zeugt diese Einstellung doch von der Haltung, dass man schon schlimmeres gemeistert hat, oder eher gesagt ertragen hat? Diese Einstellung ist  jedoch eher ein Zeichen von Veränderungsmüdigkeit. Zu viele Vorhaben in kurzer Zeit führen dabei zu der Haltung „wir tun mal nichts, es kommt in kürze ja doch wieder was Neues…“


Was kann dann die Resilienz der Mitarbeiter fördern?


Der Blick auf vergangene Projekte und Veränderungen, die man gemeinsam gemeistert hat. Die eigenen Stärken in Erinnerung rufen, die damals den Erfolg möglich gemacht haben. Entlastend wirkt auch der Blick auf andere, denen es in der gleichen bzw. ähnlichen Situation noch schlechter geht, ohne dabei Sarkastisch zu werden!


Eine echte Zauberfrage!


Als sehr wirksam und immer wieder hilfreich haben wir die Diskussion mit den Betroffenen zu der Frage: „was könnte das Gute im Schlechten sein?“, erlebt. Hierbei findet ein Perspektivwechsel statt und die Konfrontation damit, dass es in dem ganzen Übel auch etwas Positives geben kann, bringt die Mitarbeiter auch aus festgefahrenen Denkmustern heraus. Denn mit dem betonen des „Schlechtem“ gesteht man den Mitarbeitern zu, die Veränderung als Übel zu empfinden. Annehmen was ist, mit all seinen Schwächen, signalisiert Wertschätzung und stärkt das Selbstwertgefühl. Gleichzeitig wird aber auch der Blick auf die positiven Effekte der Veränderung gelenkt. Das Positive sehen, auch wenn es nur wenig ist, bestärkt einen in der Einstellung, die Dinge auch anders zu sehen, oder sehen zu können. Das ist Resilienz!

 

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Wunsch